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Warum?
Mit der Zeit hat sich in meinem Autorenköfferchen eine bunte Mischung wildester Übungen und stumpfer Disziplin, genialer Software und altertümlichen Geräten angesammelt, es dampft ein bisschen und zischt, wenn man dran rappelt, und wenn ich den Kopf hinein halte und inhaliere, kommen mir neue Ideen. In den hier gesammelten Texten will ich euch einen Blick ins Köfferchen riskieren lassen; vielleicht findet ihr es ja nützlich. Darum nun direkt die Einleitung...
Der Autor hat das Handwerk, der Satiriker Recht, der Schriftsteller die Wahrheit, der Dichter das Leben.
Da diese Einteilung aufeinander aufbaut, kann nur zum Dichter werden (und zum Dichter wollen wir doch alle werden, oder?), wer das Handwerk beherrscht. Um dieses soll es in den Texten zum Thema "Werkzeug für Autoren" gehen. Handwerker nämlich brauchen Werkzeug. Und mit dem Werkzeug wird vieles am Handwerk klar. Betrachtet man einen Hammer oder einen Hobel, so begreift man auch etwas vom Handwerk des Zimmerns oder Schreinerns. Natürlich wird niemand zum Schneider, nur weil man erklärt, wie man Nadel und Faden benutzt. Es führt auch beim Schreiben kein Weg am Tun vorbei. Denn der schöne Spruch: "Wenn Du nur einen Hammer besitzt, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus…" greift eben auch hier.
- ein gutes Werkzeug fordert seine Benutzung auf eine bestimmte Weise geradezu heraus.
- Je mehr Werkzeuge im Koffer sind, desto flexibler die Lösungen des Handwerkers.
- die Benutzung eines neuen Werkzeugs zu erlernen, vertieft das Wissen um das Handwerk, denn mit einem Mal sieht ein Problem vielleicht nicht mehr wie ein Nagel aus; sondern vielleicht nach etwas völlig anderem.
Daher werde ich hier einen Blick werfen auf Schreibwerkzeuge, analoge wie digitale, externe Gedächtnisse, Software, aber auch Übungen für den Alltag und nicht ganz so alltägliche Übungen. Sortiert sind die Artikel hier wie in einem Blog, das heißt, der neueste Artikel steht oben.
Den Anfang macht die Grundlage aller Grundlagen: das Schreiben selbst.
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Werkzeug für Autoren - Starke Combo: Celtx und Dropbox Teil II |
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Autoren schreiben allein. Sie sind einsame Wölfe. Ungerührt vom Treiben der Welt gehen sie in Klausur mit ihren Abgründen und Dämonen und bringen als Beute aus diesen Kämpfen blutige Poesie ans Tageslicht.
Oder sie stehen auf Teamwork.
Ich komme mit sowohl als auch sehr gut zurecht. In der Tat schreibe ich vieles allein, manches davon (immer noch viel zu wenig) nur für mich, einiges (immer noch viel zu viel) nur für andere. Aber wo es Gelegenheiten zu Teamwork und Austausch gibt, greife ich immer wieder gerne zu. Das kann bedeuten, Programme und Abende zusammen zu gestalten, so dass man an gemeinsamen Themen schreibt, es kann bedeuten, die Wirkung von Text und Gegentext aufeinander abzustimmen - es kann aber auch mitunter so weit gehen, dass man gemeinsam an ein- und demselben Stück schreibt.
Für all diese Aufgaben ist Dropbox das Arbeitstier der Wahl.
Dropbox ist zunächst einmal Speicerplatz im Internet, wobei das heißen kann, dass auf die Amazon S3 Server zurück gegriffen wird oder der Kram direkt bei Dropbox liegt. Ohne weitere Sperenzchen hat man direkt nach der kostenlosen Registrierung 2 GB zur freien Verfügung. Das sind sehr viele Texte, viele Audio-Mitschnitte oder einige Video-Mitschnitte. Durch Einladungen an andere Nutzer und andere einfache Schritte kann man bis zu einem weiteren Gigabyte hinzugeschenkt bekommen.
Was fängt man nun mit diesem Speicherplatz an? Man legt dort Sachen ab, die man mit anderen austauschen oder teilen möchte. Dropbox verhält sich auf dem eigenen Rechner wie ein ganz normaler Ordner namens "My Dropbox" unterhalb des Benutzerverzeichnisses. Alles, jedoch, was man dort ablegt, wird automatisch auch zu den Dropbox-Servern hochgeladen. Von dort kann man es auch von überall her wieder herunterladen, so dass die Dropbox auch eine (kleine) Backuplösung darstellt. Das ist jedoch nicht die Hauptstärke dieser Anwendung.
Der Witz ist folgender: Man kann anderen Leuten Zugriff auf Ordner innerhalb der Dropbox geben. Machen diese mit, synchronisieren sich alle Dateien im freigegebenen Ordner automatisch bei allen Teilnehmern. Das heißt, ein Autorenteam hat über den Zugriff auf einen freigegebenen Ordner immer ein- und dieselbe aktualisierte Datei vorliegen. Ändert einer der Teilnehmer die Datei, aktualisiert sich der neueste Stand bei allen anderen. Kein Rätselraten mehr um den Stand der Dinge, kein Textabgleich ("Steht bei Dir auch schon…?"), kein Hin- und her mit E-Mail oder FTP. Man arbeitet einfach mit dem Text oder der Audiodatei oder womit auch immer, speichert, und fertig. Alle anderen wissen Bescheid.
Das ist bequem und schnell, ändert aber natürlich nichts an der Tatsache, dass Teamwork ein hartes Brot ist. Klammheimliche Rück-änderungen von Textpassagen, tiefe Seufzer anhand von Stilbrüchen oder -blüten sowie das gleichmäßig auf alle Teammitglieder verteilte Wissen genau der einzige Autor zu sein, der sein Handwerk wirklich beherrscht, machen diese Arbeit zu einem ganz eigenen Höllentrip. Das lässt sich mit Software nicht in den Griff bekommen. Trotzdem möchte ich allen AutorInnen empfehlen, sich einem Team anzuschließen, wo immer es geht: die Erfahrung nimmt einem keiner. Na gut… auch die Texte sind hinterher meist wirklich lesenswert. Vier Augen sehen halt mehr als zwei. Für die Arbeit als einsamer Wolf bleibt ja auch immer noch genug Gelegenheit.
Nun wird auch klar, warum Dropbox und Celtx so eine starke Kombination sind: sie untergraben zusammen das Geschäftsmodell von Celtx ein wenig. Celtx-Projekt-Dateien in der Dropbox sind bei allen im Team auf dem gleichen Stand. Dropbox hat sogar eine Versionierung der Dateien, wobei ich die noch nicht genutzt habe. Das heißt, man ist in der Lage, eine Datei wieder auf eine Vorversion zurück zu stufen! Eine kleine TXT-Datei im freigegebenen Ordner verwandelt sich übrigens in einen Mini-Chatroom, denn jeder kann hineintippen.
Anwendungsbeispiele für Dropbox, neben der Kombination Celtx/Dropbox sind zum Beispiel Probenmitschnitte, Grafikproben, schneller Dateiaustausch mit Kunden/Interessenten und so weiter. Da es in der Dropbox auch einen Public Ordner gibt, der für die gesamte Weltöffentlichkeit freigegeben ist (obacht beim Ablegen!), kann man sogar einen Webserver mit Dropbox betreiben! In der Tat kann man sich so an die Dropbox gewöhnen, dass man schnell über zusätzlichen Speicherplatz nachdenkt, welcher jedoch kostenpflichtig und mit 99$ pro Jahr für 50 GB nicht gerade billig ist. |
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Werkzeug für Autoren - Starke Combo: Celtx und Dropbox |
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Nun wird es dramatisch. Das heißt, es gibt eine Anregung für Schreiber und Schreiberinnen dramatischer Texte. Unter diesem Sammelbegriff möchte ich mal alles zusammenfassen, was stark dialogorientiert ist und als Vorlage für eine wie auch immer geartete Folgeproduktion gedacht ist, sei es nun Theater, Hörspiel, Film, aber auch Comics.
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Werkzeug für Autoren - Tabbles |
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Ordnung in die Textsammlungen zu bekommen mag nicht besonders kreativ klingen. Wenn ich im Informationsstau stecke, habe ich aber auch keinerlei kreativen Antrieb. Die Dokumente wollen verwaltet sein.
Neulich war ich kurz davor, eine Datei zu kopieren und in einen anderen Ordner zu verschieben, einfach, um mir zu merken, dass dieser Text Teil sowohl des einen Lesungsprogramms war, als auch des anderen. Das ist der Weg in den Wahnsinn. Wenn man so etwas eine Zeit lang macht, erwartet einen die Versionshölle: Welche Datei ist die richtige? Welche Änderung für das, was ich gerade vorhabe relevant? Ganz zu schweigen von: Wie zum Henker finde ich diese Drecksdatei, wenn ich sie benötige?
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Werkzeug für Autoren - yWriter |
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Ich verabscheue es, Exposees zu schreiben. Das ist ungenau formuliert. Ich verabscheue Exposees, denn auch ein solches zu lesen ist eine Qual. Es ist nämlich bei weitem unterhaltsamer, das Buch zum Exposee zu lesen. |
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Werkzeug für Autoren - WriteMonkey |
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Schreibwerkzeug muss schlicht sein, damit es einem nicht in die Quere kommt. Simpel ist außerdem meist gleichbedeutend mit schnell, weswegen Papier und Stift am Anfang aller Überlegungen standen. Wenn man denn aber schon auf den Rechner ausweichen muss, dann sollten zumindest die gleichen Grundsätze gelten.
Deswegen ist meine erste Wahl bei Schreibprogrammen am Rechner: WriteMonkey. Die Schreibsoftware WriteMonkey dient nur einem Zweck: dem Verfassen von Text.
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